Einen FIAT 500e mit einem Abarth 500e zu vergleichen ist eine ungewöhnliche Übung: gleiche Plattform, gleicher Akku, gleiche Kofferraumgröße, gleiche vier knapp bemessenen Sitzplätze. Und doch sind es zwei Autos mit sehr unterschiedlichen Absichten. Das eine will unauffällig durch die Stadt kommen; das andere will dabei bewundert werden. Die Frage, die dieser Vergleich klären soll, ist einfach: Lohnen sich für jemanden, der das Auto vor allem im urbanen Umfeld nutzt, die 4.500 € Preisunterschied und die 50 km geringere Reichweite des Abarth?
Der Kontext: zwei Versionen desselben Autos mit gegensätzlichen Absichten
Wir sprechen von zwei Varianten desselben Modells, gebaut auf der elektrischen Plattform von Stellantis für das Segment A. Sie teilen sich einen 42-kWh-Akku, eine Karosserielänge von 3,63 m und dieselbe Ladearchitektur. Was sich ändert, sind die Motorelektronik, die Fahrwerksabstimmung, der Sound und natürlich der Preis. Bevor wir ins Detail gehen, ein verpflichtender Hinweis: Die genannten Preise sind die Herstellerempfehlungen, ohne Händlerrabatte, punktuelle Aktionen oder Förderungen des Plan Auto+.
FIAT 500e — ab ≈34.900 €
Der „normale“ 500e ist ein reines urbanes Elektroauto, gedacht für die Altstadt und die ZBE. 120 CV sind für die Stadt mehr als genug; tatsächlich sind sie sogar überflüssig. Seine Stärke liegt woanders: in den 320 km homologierter Reichweite, in der Stille und in einer Optik, die nicht ermüdet. Er ist schnell, ja, aber man fährt ihn nicht wie ein „leidenschaftliches“ Auto — und ich glaube, genau darin liegt seine Stärke.
| Leistung kW | Leistung CV | Reichweite | Verbrauch | Etikett | Antrieb |
|---|---|---|---|---|---|
| ≈90 kW | ≈120 CV | ≈320 km | ≈17,5 kWh/100 km | Null | Elektro |

Abarth 500e — ab ≈39.400 €
Der Abarth nimmt dieselbe Basis, hebt die Leistung auf 160 CV an, verhärtet das Fahrwerk, überarbeitet Lenkung und Bremsen und ergänzt den umstrittenen „Sound Generator“, der den Auspuffklang des Verbrenner-Abarth imitiert. In der Stadt bedeutet das eine noch elektrischere — wenn auch paradoxe — Reaktion aufs Gaspedal, weniger Reichweite (270 km homologiert) und eine Optik, die nicht unbemerkt bleibt. Auf kurzen Strecken macht er Spaß. Offen ist, ob dieser Spaß zum reinen Stadtverkehr passt.
| Leistung kW | Leistung CV | Höchstgeschwindigkeit | Reichweite | Etikett | Antrieb |
|---|---|---|---|---|---|
| ≈110 kW | ≈160 CV | ≈160 km/h | ≈270 km | Null | Elektro |
Reale Reichweite: wo der Unterschied wehtut
Auf dem Papier liegen zwischen beiden 50 km. Im reinen Stadtverkehr mit niedrigen Geschwindigkeiten und viel Rekuperation schrumpft der Abstand: Beide liegen nahe ihren homologierten Werten, der 500e bei realen 280–290 km, der Abarth bei 230–240. Wenn Ihr Alltag aus 20 km täglich zwischen Wohnung und Arbeit besteht und Sie alle drei oder vier Tage zu Hause laden, spielt das keine Rolle. Wenn Sie keine private Steckdose haben und auf öffentliches Laden angewiesen sind, zählt jeder Kilometer — und dann hat der 500e einen klaren Vorteil. Für alle, die sich in diesem Segment bewegen, ist die reale urbane Reichweite der Filter, der die Kaufentscheidung wirklich trifft.
Leistung in der Stadt: Bringen die 40 zusätzlichen PS etwas?
Ehrlich gesagt: wenig. Von Ampel zu Ampel ist der 500e schon mehr als ausreichend. Der Abarth wirkt am Gas lebendiger, seine Lenkung ist etwas schwerer und das Fahrwerk überträgt mehr von der Fahrbahn — im Guten wie im Schlechten. Auf dem Kopfsteinpflaster Madrids oder der Pflasterung der Sevillaner Altstadt geht die straffere Abstimmung auf Kosten des Komforts. Der 500e filtert besser. Der Abarth unterhält, wenn man eine freie Strecke findet, was in der Stadt selten vorkommt.
Ausstattung, Kofferraum und Alltag
Beide teilen sich einen 10,25-Zoll-Zentralbildschirm, Klimaanlage, einen 11-kW-Bordlader und Zugang zum DC-Schnellladen. Der Kofferraum ist identisch (185 Liter), und die Rücksitze sind bei beiden nur symbolisch. Der Unterschied liegt in den Personalisierungsdetails: Polster, Felgen, die spezifische Optik des Abarth. Nichts, was die tatsächliche Nutzung verändert.
Vergleichstabelle
| Modell | Leistung | Reichweite | Akku | Preis ab | Bewertung Stadtnutzung (1-10) |
|---|---|---|---|---|---|
| FIAT 500e | 120 CV | ≈320 km | 42 kWh | ≈34.900 € | 8,5 |
| Abarth 500e | 160 CV | ≈270 km | 42 kWh | ≈39.400 € | 6,5 |
Wo jeder gewinnt (ohne falsche Gleichwertigkeit)
FIAT 500e gewinnt bei: der realen Reichweite (≈50 km mehr homologiert, entscheidend, wenn Sie an der Straße laden) und dem Fahrkomfort auf unebenem Belag. Für den reinen Stadtverkehr ist er objektiv das bessere Auto.
Abarth 500e gewinnt bei: dynamischem Charakter und optischer Präsenz. Wenn Sie ein kleines Elektro-Spielzeug mit Persönlichkeit suchen — und es am Wochenende auch auf Landstraßen bewegen wollen — ist er konsequenter in sich.
Fazit: welchen Elektro-500 wählen
- Reiner Stadtverkehr (Stadt + ZBE, Laden an der Straße): FIAT 500e. Die 50 km zusätzliche Reichweite und die angenehmere Federung wiegen schwerer als die 40 zusätzlichen CV, die Sie nicht nutzen werden.
- Gemischte Nutzung Stadt + Ausflüge, mit Steckdose zu Hause: Abarth 500e. Mit einer eigenen Wallbox in der Garage wird die geringere Reichweite kein Problem mehr, und der zusätzliche Charakter wird genossen.
- Preis-Leistungs-Verhältnis: FIAT 500e, ohne Diskussion. Der Preisunterschied liegt über 12 % und ist für die meisten urbanen Nutzungen nicht durch funktionale, sondern nur durch emotionale Vorteile gerechtfertigt.
Wenn Ihr Einsatz Wohnung–Arbeit–Erledigungen ist, dann ist der 500e der rationale Kauf. Der Abarth ist der leidenschaftliche Kauf. Beide sind legitim, aber es lohnt sich, vor der Unterschrift zu wissen, in welche Kategorie man gehört.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt es sich, 4.500 € mehr für den Abarth 500e zu zahlen, wenn ich ihn nur in der Stadt nutze?
Unserer Meinung nach nicht. Im städtischen Umfeld lassen sich die 160 CV des Abarth kaum nutzen, und man verliert reale Reichweite. Der Aufpreis rechtfertigt sich nur, wenn man den Charakter, den künstlichen Sound und die spezifische Optik schätzt — also die emotionale, nicht die funktionale Komponente.
Welcher hat im Stadtverkehr die bessere reale Reichweite, FIAT 500e oder Abarth 500e?
Der FIAT 500e. Er ist mit 320 km homologiert gegenüber 270 km beim Abarth, und im reinen Stadtverkehr bleibt der Unterschied bei etwa 50 realen km zugunsten des 500e, da beide denselben 42-kWh-Akku haben, der 500e aber mit dem weniger anspruchsvollen Motor.
Können beide vom Plan Auto+ profitieren?
Ja, da es sich um vollelektrische Fahrzeuge mit dem Null-Etikett handelt, fallen sie in den aktuellen Förderrahmen für den Kauf von Elektroautos in Spanien. Die Beträge und Voraussetzungen ändern sich; prüfen Sie dies vor Abschluss auf der offiziellen Website des Plans.
Sind beide Autos als einziges Fahrzeug für eine Familie geeignet?
Nein. Beide sind strikt Viersitzer mit sehr knappem Zugang nach hinten und 185 Litern Kofferraum. Sie sind als zweites Stadtauto oder als erstes Auto für ein oder zwei Personen ohne Familienlasten gedacht. Für familiäre Nutzung sollte man eine Klasse höher schauen.
